
Arthur, Mitte fünfzig und einst ein angesehener Apotheker, ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden. Mit einem winzigen Rollkoffer steigt er am Abend in einer fremden Stadt aus dem Zug. Hier wird er ein neues Leben beginnen – oder vielmehr in ein geliehenes schlüpfen: Er zieht ins Haus seines Zellennachbarn Eddie, schläft in dessen Jugendzimmer und arbeitet tagsüber im Schreibwarenladen der Familie. Arthur, der alles verloren hat, lebt zunächst nur aus Höflichkeit weiter. Doch die Menschen im Ort haben sich, wie in stiller Übereinkunft, seiner angenommen. So wird, was als Stellvertreterdasein beginnt, zu einer leisen Rückkehr ins eigene Leben.
»›Wie nebenbei würde Arthur zur Seite treten, es müsste noch nicht mal jemand merken, er wäre nur endlich fort, von sich selbst zu den Akten gelegt‹: Wie erzählt man von einem Menschen, der am Rand der Gesellschaft steht und sich selbst gern aus dem Leben nehmen würde? Susan Kreller gibt eine bemerkenswerte Antwort. Sie weigert sich, Arthurs Schicksal in realistischen Graustufen nachzuzeichnen. Sie schafft einen literarischen Raum, der Verwandlung denkbar macht – voll Rhythmus und Musikalität, Bild- und Sprachkraft.«
Die Jury
Die Jury 2026
2026 stellen sich erneut Andreas Platthaus (verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) und Marie Schoeß (Autorin und Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk) der Herausforderung, live auf der Bühen der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz über das beste Sachbuch und den besten Roman des Jahres zu diskutieren. Neu in der Runde ist Maja Beckers (Redakteurin im Feuilleton der ZEIT, zuständig für Literatur und Sachbuch). Andreas Platthaus übernimmt in diesem Jahr den Jury-Vorsitz.


















































