Emine Sevgi Özdamar: Preisträgerin in der Kategorie Belletristik 2021

Die Preisträger*innen 2021: Helge Hesse (Kategorie Sachbuch), Emine Sevgi Özdamar (Kategorie Belletristik) und Ehrenpreisträger Frank Schätzing

Bayerischer Buchpreis 2021: Philipp Sarasin, Helge Hesse, Katajun Amirpur, Ehrenpreisträger Frank Schätzing, Jovana Reisinger, Emine Sevgi Özdamar, Jenny Erpenbeck (v.l.n.r.)

Bayerischer Buchpreis 2021: Klaus Füreder, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern e.V.

Bayerischer Buchpreis 2021: Knut Cordsen, Sonja Zekri, Reiner Moritz (v.l.)

Bayerischer Buchpreis 2021: Jury-Vorsitzende Sonja Zekri

Bayerischer Buchpreis 2021: Jury-Mitglied Knut Cordsen

Bayerischer Buchpreis 2021: Jury-Mitglied Rainer Moritz

Bayerischer Buchpreis – Kategorie Belletristik

Mit einer der vier Auszeichnungen beim Bayerischen Buchpreis wird die beste Neuerscheinung des Jahres in der Kategorie Belletristik prämiert. Wer den Preis bekommt, entscheidet die dreiköpfige Jury live, vor geladenem Publikum und in Anwesenheit der nominierten Autorinnen und Autoren auf der Bühne in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz. Der Entscheidung geht eine 30-minütige, spannende Jury-Diskussion über die drei nominierten Romane voraus.

Der Bayerische Buchpreis ist in der Kategorie Belletristik mit 10.000€ dotiert. Die Preisträger*innen erhalten zudem eine Preisfigur aus Nymphenburger Porzellan in Form eines Löwen.

Ein von Schatten begrenzter Raum | Emine Sevgi Özdamar

Emine Sevgi Özdamar

Ein von Schatten begrenzter Raum

Suhrkamp
763 Seiten, 28,00 Euro
Erscheint am 9. Oktober 2021

Nach dem Putsch 1971 hält das Militär nicht nur das Leben, sondern auch die Träume der Menschen in der Türkei gefangen. Künstlerinnen und Künstler, Linke, Intellektuelle fürchten um ihre Existenz; auch die Erzählerin, die aus Istanbul übers Meer nach Europa flieht. Im Gepäck: der Wunsch, Schauspielerin zu werden, und das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten, ohne sich im »Tiergarten der Sprachen« auf die bloße Herkunft beschränken zu lassen. Und dort, inmitten des geteilten Berlin, auf den Boulevards von Paris, im Zwiegespräch mit bewunderten Dichtern und Denkern, findet sie sich schließlich wieder in der »Pause der Hölle«, in der Kunst, Politik und Leben uneingeschränkt vereinbar scheinen.

Emine Sevgi Özdamars neuer Roman ist das vielstimmige Loblied auf ein Nachkriegseuropa, in dem es für kurze Zeit möglich schien, allein mit den Mitteln der Poesie Grenzen einzureißen. Er ist der sehnsuchtsvolle Nachruf auf die Freunde, Künstler, Bekanntschaften, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Vor allem aber ist er die wortgewaltige Eröffnung eines Raums zwischen Bedrohung und Geborgenheit, eines von Schatten begrenzten Raums.  

»Eine junge Schauspielerin packt ihren Koffer, verlässt die Türkei und reist ins geteilte Berlin. Ihre neue Heimat wird das Theater, die europäische Kultur, und, ja, irgendwann auch Deutschland. Emine Sevgi Özdamars Buch ist eine Kulturgeschichte des Kontinents, wie es noch keine gab – geschrieben aus der Perspektive einer Außenseiterin, die mitten drin ist
Sonja Zekri

Emine Sevgi Özdamar

Emine Sevgi Özdamar wuchs in Istanbul auf, wo sie die Schauspielschule besuchte. Mitte der siebziger Jahre ging sie nach Berlin und Paris und arbeitete mit den Regisseuren Benno Besson, Matthias Langhoff und Claus Peymann. Sie übernahm zahlreiche Filmrollen und schreibt seit 1982 Theaterstücke, Romane und Erzählungen. Emine Sevgi Özdamar lebt in Berlin.

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